Ausblick

Ausblick 2018

Die Festlegung regulatorischer Rahmenbedingungen für die Strom- und Gasnetze für die dritte Regulierungsperiode prägten das Jahr 2018. So wurde die schrittweise Einführung bundeseinheitlicher Übertragungsnetzentgelte beschlossen. Die Angleichung soll bis 2023 erfolgen. Da weiterhin ein hoher Bedarf am Ausbau der Stromnetze besteht, wurde das Netzausbaubeschleunigungsgesetz beschlossen. Der neue Netzentwicklungsplan Strom beinhaltet die Zielsetzung der Bundesregierung den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 65% des Bruttostromverbrauches auszuweiten. Ebenso wird die Sektor Kopplung bei Ausbau erneuerbarer Energien immer wichtiger.
So muss das Stromnetz für den erwarteten Ausbau von E-Fahrzeugen gerüstet sein.

Der Erfolg der Energiewende ist eng mit dem Ausbau der Transport- und Verteilnetze verknüpft. Für das deutsche Übertragungsnetz sieht der Netzentwicklungsplan Strom bis zum Jahre 2030 viele neue Vorhaben für den Bundesbedarfsplan vor.

Netzentgelte Gas und Strom
Im Bereich der Netzentgelte gilt für den Bereich Gas ab 2013 und für den Bereich Strom ab 2014 die 2. Regulierungsperiode. Der Genehmigungsbescheid für Gas wurde am 23.07.2014 für 2013-2017 und für Strom am 11.04.2016 für 2014-2018 erteilt. Für die 3. Regulierungsperiode erfolgt derzeit die Kostenprüfung. Basis war hierbei das Jahr 2015 für Gas, sowie 2016 für den Bereich Strom.

Preisentwicklung
Die Preise am Großhandelsmarkt sind im Verlaufe des Jahres 2018 deutlich gestiegen. Dabei lagen die Preise mit rund 44 Euro / MWh deutlich über dem Vorjahresniveau. Von März bis September waren die Preise kontinuierlich gestiegen, danach gab es eine Seitwärtsbewegung mit hoher Volatilität. Maßgeblich dafür waren die Entwicklung der Brennstoffkosten sowie der CO2 Kosten.

Anreizregulierung
Mit der Anreizregulierung wird die bisherige Kostenregulierung ersetzt. Ziel ist es, die Effizienz der Netzbetreiber zu erhöhen. Die beiden Regulierungsperioden von 2009-2013 und 2014-2018 betragen jeweils fünf Jahre. Für die Absenkung der Netzentgelte wird dabei ein pauschaler Produktivitätsfaktor mit jeweils 1,25% per anno für die erste Regulierungsperiode und von 1,5% für die zweite Regulierungsperiode vorgegeben. Daneben wird es noch unternehmensindividuelle Abschläge geben, die aber die strukturellen Unterschiede der Netzbetreiber, die Versorgungsqualität und die Effizienz des Netzbetreibers berücksichtigen sollen.

Im Privatkundenbereich hat diese Entwicklung zu steigender Wettbewerbsintensität geführt, die Wechselbereitschaft hat hier deutlich zugenommen. Volatile Handelskosten und ein hoher Wettbewerb belasten die Margen im Tarifkundenbereich stark. Auch auf dem Gassektor hat der Wettbewerb die Margen stark unter Druck gesetzt. Immer neue Wettbewerber drängen ebenfalls in diese Märkte.

Strompreisentwicklung
Die weitere Strompreisentwicklung wird erheblich von den Brennstoff- und CO2-Märkten abhängig sein, sowie von dem weiteren Ausbau von EEG-Anlagen und der Stromnetze. Bisher ist festzustellen, dass der Strompreis an den Strombörsen seit 2017 wieder kontinuierlich gestiegen ist. Der Preisdruck besonders für Privathaushalte steigt, da durch Steuern und Abgaben der immer größere Anteil aus Erneuerbaren Energien finanziert wird. Steuern, Abgaben und Umlagen haben bei den Strompreisen für Haushalte mittlerweile einen Anteil von über 50%.

Smart Meter
Auch im Bereich des Zähl- und Messwesens ist die Liberalisierung erfolgt. Im Digitalisierungsgesetz von 2016 ist festgelegt, dass der Rollout von intelligenten Messsystemen nicht flächendeckend, sondern stufenweise nach größtem Effizienz- und Netznutzen erfolgt. Bei Einbau, Betrieb und Wartung der Zähler wird der zunehmende Wettbewerb die Messpreise beeinflussen. Einige Anbieter haben bereits Messdienstleistungen in unserem Netzgebiet angezeigt. Der verbindliche Einbau von Smart Meter Systemen wurde im Digitalisierungsgesetz am 2. September 2016 beschlossen. Ab 2019 sollen Verbraucher mit einem Jahresverbrauch von mehr als 10.000 kWh einen digitalen Stromzähler, ab 2020 alle privaten Haushalte mit einem Verbrauch von über 6.000 kWh erhalten.

Strom, Gas, Wasser, Wärme, Verkehr

Der Verbrauch im Stromnetz ist gegenüber dem Vorjahr in den ersten 5 Monaten des Jahres 2019 nach den vorläufigen Abrechnungen um rund 0,8% gesunken.

Der Verbrauch im Gasnetz der Stadtwerke Mosbach ist in den ersten 5 Monaten des Jahres 2019 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 3,9% gestiegen.

Im Bereich der Wasserversorgung wurden die technischen Betriebsführungen mit den Gemeinden Elztal, Fahrenbach, Limbach, Schefflenz und Waldbrunn verlängert. Mit den räumlich verbundenen Gemeinden ist ein Gebilde entstanden, welches Synergien für die Betriebsführung freisetzt.

Bei der Fernwärmeversorgung rechnen wir wie in der Gasversorgung witterungsbedingt mit einem etwas höheren Absatz wie im Vorjahr.

Die Stadtbuslinien werden weiterhin vom Betriebsführer BRN betrieben. Die gemeinsame Konzession wurde bis 31.03.2019 verlängert. Seit dem 01.04.2019 betreibt der BRN die Buslinien als Linienbündel mit dem Neckar-Odenwald-Kreis und der Stadt Mosbach.

Investitionen

Die Investitionen im Bereich des Sachanlagevermögens 2019 liegen über dem Planansatz des vergangenen Jahres.

Im Bereich der Stromversorgung werden 2019 insgesamt 1.000 Tsd. Euro investiert, davon 350 Tsd. Euro in die Ertüchtigung von Trafostationen, sowie 280 Tsd. Euro für digitale Strommessgeräte.

Die Investitionen in der Gasversorgung betragen knapp 700 Tsd. Euro. Schwerpunkte sind Verstärkungen im Bereich der Netze mit 400 Tsd. Euro, sowie für die Fernwirktechnik mit 170 Tsd. Euro.

Bei der Wasserversorgung sind Verbesserungen im Leitungsnetz, sowie an Hochbehältern geplant. Die Investitionen in der Wasserversorgung betragen insgesamt 2.715 Tsd. Euro, davon rund 1.800 Tsd. Euro für die Verbindung der Pumpwerke Lohrbach und Sattelbach, sowie 400 Tsd. Euro für das Leitungsnetz und 180 Tsd. Euro für Automation und Leittechnik.

In der Wärmeversorgung sind insgesamt Investitionen in Höhe von 375 Tsd. Euro für das Leitungsnetz und Hausanschlüsse geplant.

Bei den Bädern sind nur geringe Investitionen vorgesehen, beim Verkehr für den Bau eines Parkhauses an der Kistnerstraße 2,1 Mio. Euro.

Im Wirtschaftsplan 2019 ist ein Kreditvolumen von rund 4.200 Tsd. Euro veranschlagt.

Wirtschaftsjahr 2019
Insgesamt wird im Wirtschaftsjahr 2019 aufgrund der Verkaufsmengen in der Strom- und Gasversorgung mit einem etwas höheren Planergebnis wie in 2018 gerechnet. Der bisherige Verlauf des Geschäftsjahres bestätigt diese Einschätzung und lässt erwarten, dass das Planergebnis von 628 Tsd. Euro auch erreicht wird.

Unterschriften
Jürgen Jaksz
Ralf Winkler

Mosbach, den 28. Juni 2019